Markterfolg und Geisteshaltung

In den letzten Monaten habe ich mich wiederholt “selbst abgewunken”, wenn ich dabei war, einen geplanten Blog-Beitrag zu verfassen. So kam es, dass dieses Blog etwas stiefmütterlich behandelt erscheint.

Lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen, denn ich glaube, man kann daraus eine fruchtbare Lehre ziehen.

Angefangen hat es damit, dass mir mein Internist auf sehr eindringliche Weise „Einsicht verschreiben“ wollte, ich müsste mehr und eine höhere Dosis von Medikamenten zur Blutdruck-Regulierung einnehmen.

Nun lebe ich seit etwa 50 Jahren sehr “arztfern” und bin damit recht gut gefahren. Ich ernähre mich “vernünftig” (zumindest in dem Maße, wie mir zugängliche Informationen vernünftig erscheinen) und rauche nicht, lebe im allgemeinen mäßig, und meide möglichst alle Arten von Pharmaka. Nun ja, was den Blutdruck betrifft, meinte ich, dass ich meinem Internisten (der nebenbei ein persönlicher Freund ist,) trauen sollte.

Er versichert (andere Ärzte auch) mir seit einigen Jahren recht eindringlich, dass nach „dem heutigen Stand ärztlicher Kunst“ Blutdruck auf keinen Fall durch die Nahrungswahl reguliert werden könne. Er verschrieb mit x Präparate in Dosis x, ich nahm Dosis x/2; er warnte mich eindringlich, die Verschreibung eigenmächtig abzuändern; ich tat es trotzdem und sagte ihm auch warum.

Zudem nehme ich täglich Vitamine und trank versuchsweise diverse Säfte (“Nahrunsgergänzung”) jeweils über Monate, ohne dass sich je etwas gravierend geändert hätte. Mein Logik dahinter war einfach, dass ich in Gemüse und Obst der Geschäfte in meiner Umgebung einen schleichenden Verlust an Nährstoffen und Anstieg an Produktions-Giftstoffen orten (bzw. vermuten) konnte, was ich ausgleichen wollte.

Wegen der Eindringlichkeit, mit der Herr Doktor mich vor meinem Urlaub „verarztete“, beschloss ich, im Urlaub intensive Recherchen zu diesem Thema zu unternehmen, und siehe da, ich wurde rasch fündig: Bluthochdruck-Index von Dr. Johann Georg Schnitzer (www.dr-schnitzer.de)

Nach ausführlicher Lektüre der Informationen im Web bestellt ich mir sein Buch „Bluthochdruck heilen“ und las es noch im Urlaub (nach Eintreffen der Post am Vormittag las ich bis spät in die Nacht und war am nächsten Mittag das erste Mal durch.)

Soweit am Ort möglich, stellte ich meine Nahrung nach seinen Empfehlungen sofort um und konnte nach etwas mehr als einer Woche bereits auf jedes Medikament verzichten und hatte Messwerte fast wie im Lehrbuch.

Vielleicht kann der eine oder andere Leser die Gefühle und Emotionen nachempfinden, die ich nach dieser Erfahrung durchmachte (oder sollte ich sagen: die mich durchmachten?). Zu sagen, ich fühle mich verraten und verkauft, im Stich gelassen und hübsch dumm gegängelt, ist wohl nur eine höfliche Umschreibung dessen, was in mir vorging.

Inzwischen bin ich zwei Wochen aus dem Urlaub zurück in meinem täglichen Umfeld und mit meinen täglichen Aufgaben; die Langzeitwirkung der früheren Medikamente dürfte beendet sein. Ich messe täglich zwei Mal Tonus und Puls, nehme immer noch keine Medikamente und führe Buch über die Ergebnisse: Von Tag zu Tag bessere Werte, sie nähern sich denen eines der gesündeste Mensch in seinen besten Jahren.

Dr. Schnitzers Buch und die persönliche Erfahrung brachten mich dazu, dieses Erlebnis mit meinen Erfahrungen im Web zu vergleichen. Für mich war das (hier vorweggenommene) Ergebnis die Einsicht, dass es einfach nicht reicht, hier und da, dann und wann in die Welt hinaus zu rufen, wie man etwas besser angehen könnte.

Hier (Medizin) wie da (Webmarketing) kommt man als Unwissender an und vertraut jenen, die es vermutlich besser wissen. Hier wie da erfährt man von den „Fachleuten“ in aller Regel, dass die Lösung unseres Problems in einer einzelnen Sache – hier in einem Pharmakon, einer bestimmten Nahrungsergänzung oder exotischen Fruchtsaft, da in einem eBuch, einer Software oder sonst einem einzigartigen Programm – liege.

(Im Bereich Webmarketing gibt es wohl viel mehr Pseudo-Fachleute als in der Medizin, und genau so viel „Glauben an (vermeintliche) Koriphäen“ – aber was nützt es, wenn diese Fachleute system-immanent falsch gebildet sind? Ich will hier nicht die Medziner und das Fachgebiet schlecht reden, aber doch einen Umstand aufzeigen, der bei allen großen Leistungen der Mediziner im Argen liegt. Kennt die Medizin eine Definition für „Gesundheit“?)

Hier wie da ist es unumgänglich, für die eigene Bildung zu sorgen und niemals seinen gesunden Hausverstand zu ignorieren. „Glaube“ ist nur solange gut, wie er die eigenen Fähigkeiten stützt.

Hier wie da ist es dem „Stand der Technik“ bzw. „dem Stand der Kunst“ offenbar völlig abhanden gekommen, dass wir es mit Systemen zu tun haben, welche sich im Zusammenwirken einer Unmenge von Komponenten offenbaren. Hier wie da scheint es mir, haben die Koriphäen aufgehört, ihren Hausverstand einzusetzen, seit sie „im Wissen äsen“.

Interessanter Weise lehrt uns die Erfahrung, dass es nicht nötig (und oft sogar hinderlich) ist, alle Einzelteile eines System zu erkunden, solange man das System als Ganzes im Auge (und im Verstand) behält.

Das bringt mich zurück zu meiner erkennbaren Blog-Abstinenz:

Ich kam einfach zum Schluss, dass es gar nicht sinnvoll sei, als „Rufer in der Wüste“ aufzutreten, solange man nicht ein „Ganzes, Rundes“ anzubieten hat. Die gelegentlichen einzelnen „mahnenden“ Artikel oder auch solche, die zum Denken einladen, wirken vielleicht genau so, wie die vielen „frei stehenden Lösungen“ im sogenannten Gesundheitswesen.

Dieser oder jener Saft, dies oder jenes Vitaminpräparat mag phantastische Eigenschaft und gesundheitliche Wirkungen haben, doch meine ich, dass kein noch so exotischer Saft ein Grundübel abstellen (oder ausgleichen) kann, dass z.B. in gesellschaftlicher, verirrter Traditionen seine Wurzel hat. Die einzige wirklich richtige Behebung des Übels liegt im Erkennen dessen, wo die Tradition den „guten Weg verlassen“ hat, und diese Weichenstellung zu korrigieren. Hausverstand ist dazu unerlässlich.

Dies trifft nach meiner Meinung auf die medizinische Praxis genau so zu, wie auf den Bereich der Vermarktung, und im speziellen jener im Web. Bei der Recherche im Web nach einschlägiger Lektüre bin ich auf eine wirklich wertvolle Websait mit sehr lesenswerten Beiträgen gestoßen.

Sie regen zum Denken an, laden ein, die eigene Haltung kritisch zu betrachten, und führen fast zwangsläufig zur Einsicht, dass die Geisteshaltung ein wesentliches Element des Erfolgs ist:

Marketing mit reinem Gewissen und
Marketing mit reinem Gewissen, Fortsetzung (und natürlich eine Menge weitere Artikel in der genannten Webait!)

Ich wünsche jeden Leser, dass er reichen Lohn aus der Lektüre ziehen kann!
Helmut

Be Sociable, Share!

Über admin

Als 12-jähriger Radiobastler und (damals illegaler) Amateurfunker entdeckte ich mein Faible für Elektronik, das mich über eine erfüllende Berufstätigkeit zu meiner heutigen Tätigkeit brachte. Interessiert bin ich am Leben und an der Natur, und ich liebe, es systemtechnisch zu denken und "gestörte Systeme" zu korrigieren.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten auf Markterfolg und Geisteshaltung

  1. Hehey Helmut,

    da will ich doch glatt einhellig mit einstimmen und dir zustimmen! Meine Erfahrungen mit den „Knochensammlern“, wie ich sie so liebevoll nenne, waren eher betrübend und das schon seit meiner Kindheit. Fachleute – Ärzte, wie zahnige Ärzte – waren entweder mehr am Geld interessiert oder ich war sowas wie ein Sandkasten, um ihr Unwissen in Wissen zu wandeln.
    Seither schwöre ich auf alternative Medizin und wie’s du erwähnst auf Selbstheilung. Toll, dass du beim Dr. Schnitzer – witziger Name übrigens *grins* – fündig geworden bist.
    Was die Marketing Fachleute betrifft, da seh‘ ich eher eine Mission, dies zu ändern.
    Auf alle Fälle, keep it up und weiterhin toi, toi, toi! 😉

    Gruss,
    Sam

    • admin sagt:

      Danke, Sam!
      Du sagst, es sei „betrüblich“ – für mich wird es um so ärgerlicher, je mehr ich von den Konsequenzen an beiderlei Seiten – hier der bisherigen „ärztlich betreuten“ und da der „eigenmächtigen Selbstmedikation“ (grins: eigentlich müsste ich sagen: Arzt- und Pharma-Abstinenz!) – bewusst wahrnehme. So z.B. war ich nie wirklich übergewichtig und habe selbst bei 30 Tagen Fastenkur nur ein paar Kilo abgenommen; mit der Ernährung nach Dr. Schnitzer verlor ich in ein paar Wochen über 10 kg, ohne je ein Hungergefühl gehabt zu haben! Und ich fühle mich bedeutend mehr ernergiegeladen als je zuvor. In letzter Konsequenz heißt das, dass mir mit dem Argument „Lebensqualität“ zu erhalten, diese vorenthalten worden ist und ich im Grunde genommen krank therapiert worden bin.
      Und das in meinen Augen besonders Schlimme daran: Die „Götter in Weiß“ an den medizinischen Unis verbilden die jungen Leute, die sich berufen fühlen, dem Menschen zu helfen! Und keinem Politiker fällt dazu etwas ein, außer halt, dass man die Banken retten muss, weil es sonst zu Katastrophe käme … dabei stecken wir mitten drin!
      Und das „Marketing“ … ja, da gibt es in der Tat viel zu tun! Obwohl es praktisch keine „offizielle“ Ausbildung gibt (oder vielleicht gerade deshalb!), quillt das Feld über von Pseudo-Fachleuten. Und an den wenigen FHs, wo dies schon ein Unterrichtsfach ist, spricht kein Mensch vom eigentlichen Zweck des Marketing – nämlich den Bedarf der Menschen mit geeigneten, sinnvollen (und ich meine auch ethischen) Lösungen zu decken, die für beide Teile einen Gewinn bringen. Sag … hast Du Dir mal meine Gedanken dazu (www.marktivison.info … nicht im Blog!) „hereingezogen“ und überlegt?
      Dir alles Gute, viel Erfolg und Freude mit Deinen Unternehmungen!
      Helmut

  2. Allerdings! Es sind mir gerade heute wieder x-Seiten mit dem Geld verdienen in Sekunden Motto aufgefallen und mein Gedanke; Jaja ich lass mich drauf ein und wer hat nachher verdient?
    Ich hoffe es wird nicht offiziel in der Art. Ich halte offiziell genauso für kriminell. Genauso entstehen Etablissments, die sich gegenseitig die Kohle zuschaufeln. Mogeln kann ja bekanntlich jeder?! ;-p
    Die Sache mit der Lebensqualität passt wunderbar in das Bild. Nimm etwas subjektives, persönliches und mach‘ es objektiv. Mal Blumen drum oder was jedem gefällt. Verstrahle damit die Zuschauer mit täglich tausenden sublimen Botschaften in diese Richtung. Mache Serien, Bücher und heuere Schriftsteller an, um den Glauben an Lebensqualität im Sinne der weissen Götter zu schüren und schon haben wir den Salat.
    Wie du’s sagst; Doch es vergiftet nicht nur die Ärzte und Marketer, sondern auch Bänker, Versicherungen und alles was zu einer Industrie geworden ist.
    Auf jeden Fall! Damit war es mir sogar möglich mein Ziel – geistig vorerst – klarer zu gestalten. Dazu fühle ich mich selbstbewusster, wenn ich Neider und Nörgler abwehren muss oder’s ihnen erklären tue. Also dank dir fand‘ ich Worte für das was ich – jetzt mal aus Schreibfauhlheit – als gewissenhaftes Marketing bezeichne. Der Artikel von Jay hat mir diesbezüglich auch sehr geholfen!
    Des weiteren halte ich seither vermehrt die Augen offen und versuche zu durchschauen, wie egoistisch ein Programm oder ein Angebot handelt.
    Gut, dass du’s angesprochen hast; Ich lass‘ mir die Texte nochmal übers Unterbewusstsein rieseln. Dann kann ich auch anständig mit dir darüber diskutieren, denn ich war hier und da nicht ganz deiner Meinung. :)

    Danke, ich komm‘ mir fangs vor wie ein Kapitän bei rauher See. Mal rauf, mal runter.
    Dir wünsch‘ ich einen schönen schmachtigen Sommertag. Falls es bei euch auch so heiss ist. ^^
    Sam

    • admin sagt:

      Wau, Sam … Du bist ja richtig fleißig im Kommentieren!
      Und … bitte nimm’s nicht zu „tiefschürfend“, wenn Du mal anderer Meinung bist! Das ist doch gut so, jeder hat doch seine eigene Geschichte und „prägende Umgebung“! Da kann man sich gelegentlich „im Großen“ einig sein und „im Kleinen“ prügeln! 😉 Also lass es und locker nehmen und das Prügeln wird ausbleiben!
      Ja, bei uns ist’s auch heiß – ich liebe das Licht der Sonne, und nehm gern die Hitze mit in Kauf (in Grenzen, versteht sich! ;))
      Helmut

  3. Haha, es macht auch Spass, das Thema zu diskutieren. Sei es kommentieren oder mit Bekannten. :-)
    Danke, es beruhigt doch, zu wissen, dass es nicht zur Phrasendrescherei ausartet, wenn ich mich kritisch äussere.
    Hehe, sonst wirst du noch zur Tomate. Also das mal ist’s kürzer; ich bin schon wieder weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *